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Lancia-Beta-Bastler
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Größere Ventilsitzringe in den Lancia Montecarlo Zylinderkopf einarbeiten
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Früher in den achziger Jahren gab es für unsere Lancias einen Tuningkatalog von der Firma Hörmann. Dort wurde ein Tuningzylinderkopf für den Lancia Montecarlo angeboten mit 38mm Auslassventilen und 43,5mm Einlassventilen. Leider gibt es diese Firma nicht mehr und solche Tuningzylinderköpfe erst recht nicht mehr. Ich denke auch das unsere DOHC Motoren gerade im Auslassbereich gedrosselt sind und die Firma Hörmann hat das Problem erkannt und baute 38mm Auslassventile in den Zylinderkopf ein. Aber woher bekommt man passende größere Auslassventile für unsere DOHC Motoren? Ich fand einen Anbieter bei dem ich 37,5mm Ventile kaufen konnte und diese will ich in einen Lancia Montecarlo Tuningmotor verbauen. Aber was hat dass mit den Ventilsitzen zu tun? Ich zeig es Euch in diesem schönen Bericht!
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Das ist die Tuningseite aus dem Hörmannkatalog von 1990. Damals habe ich die Preise mit dem Kugelschreiber dazu geschrieben. Früher wurde noch in DM bezahlt! Die Doppelvergaseranlage kaufte ich und fahr sie heute immer noch auf meinem Monte!
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Einen schönen Verbreiterungssatz mit, ich glaube es waren Gottifelgen und runden Scheinwerfern vom Opel Manta A. Diese runden Scheinwerfer mit Blenden habe ich auch noch bei mir im Lager liegen.
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Dieser Monte hat mir in meiner Jugenzeit gut gefallen!
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Und die schöne ANSA Vierrohranlage mit Fächerkrümmer konte man kaufen, aber war damals mit 2000 DM auch sehr teuer!
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Und das sind die 37,5mm Auslassventile die ich in den Monte Zylinderkopf einarbeiten will. Original sind 36mm Auslassventile verbaut. Diese Größe hat auch der 1600 / 1800 und 2000 Lancia Beta verbaut.
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Wenn man größere Auslassventile in den Zylinderkopf einarbeiten will, dann muss man natürlich auch den Ventilsitzring größer ausdrehen. Dafür habe ich mehr ein einstellbares Ausdrehwerkzeug gebaut!
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Das Ausdrehwerkzeug ist geführt in der Ventilführung und dreht ganz leicht den Gussventilsitz auf einen größeren Durchmesser .
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Durch das Ausdrehen verschwand die 45° Dichtfläche des Auslassventils. Jetzt fase ich den Ventilsitzring mit einem Ventilsitzfräser an. um die Dichtfläche wieder herzustellen.
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Der Durchmesser ist vergrößer wie man am Absatz sehen kann und die Dichtfläche für das Auslassventil ist wieder vorhanden. Den Absatz schleife ich mit dem Handfräser weg und der Auslasskanal wurde auch aufgeweitet. Alles perfekt, oder?
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Normalerweise wäre ich zufrieden, aber dann wollte ich wissen wie groß ist der original Ventilsitzring. Aus einem anderen Zylinderkopf entfernte ich einen Auslassventilsitzring. Nach dem Vermessen stellte ich fest das nur noch 1,75mm Wandstärke vorhanden sind und dass scheint mir etwas zu wenig. Original ist eine Wandstärke von 2,5mm vorhanden.. Ausserdem werden Sportnockenwellen und härtere Ventilfedern verwendet. Ob der dünne Ventilsitzring aus Guss dann bricht? Ja, ich habe bedenken und deshalb bestellte ich 2mm größere Ventilsitzringe aus einem zähen Stahl. Auf dem Bild ist der original Ventilsitzring nach dem Aufdrehen zu sehen und rechts der neue Stahlring. Links ist der original Rest vom Ventilsitzring zu sehen und man sieht das nicht gerade viel stehen bleibt.
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Rechts sind die neuen Stahlventilsitzringe zum Einarbeiten und links der original Ring.
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Hier nochmals der Unterschied im Durchmesser! Ausserdem ist der neue Ventilsitzring aus zähfestem Stahl und der hält auf jedenfall mehr aus als der Gussring!
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Aber diese Arbeit habe ich noch nie durchgeführt und suchte Rat bei meiner Zylinderschleiferei meines Vertrauens. Das Problem ist ein genaues Loch auszubohren auf 1/100 genau. Meine alte Fräsmaschine ist dafür zu ungenau. Der Motoreninstandsetzer sagte mir, das er so genau auch nicht das Loch bohren kann und erklärte mir den Arbeitsweg. Die Löcher werden kleiner ausgebohrt und der Ventilsitzring wird auf der Drehmaschine auf das Lochmaß angepasst. Er meinte, das ich dies auch mit meiner alten Fräsmaschine und mit meiner Drehmaschine durchführen kann. Also habe ich mir als erstes zwei Ventilsitzfräser auf ein kleineres Maß angefertigt.
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Mit dem ersten Ventilsitzfräser entferne ich den Gussventilsitz!
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Zum Schluss fällt der Rest vom Ring heraus!
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Mit dem zweiten Ventilsitzfräser weite ich das Loch auf das Maß des neuen Ventilsitzes auf. Der Ventilsitzfräser ist aber 0,3mm kleiner als der neue Ventilsitzring. Ausserdem senke ich das Loch noch 1mm tiefer weil der neue Ring auch ein paar Millimeter höher ist als der original Ring. Dadurch ist der neue Ventilsitzring nicht nur dicker, sondern auch etwas höher.
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Der Ventilsitzfräser erzeugt ein sauberes Lochbild.
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Prima, der neue Ventilsitzring passt schon mal nicht in das Loch. Der Fräser hat das Loch also nicht zu groß aufgefräst. Meine Frässpindel ist aus den fünfziger Jahren und eiert bestimmt 0,1mm.
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Mit dem Innenmikrometer vermesse ich die Löcher und sie sind alle etwas unterschiedlich aber noch so klein, das ich die Ventilsitzringe abdrehen muss!
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Mit dem Aussenmikrometer vermesse ich die Ringe!
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Die neuen Ventilsitzringe sind innen etwas zu klein. Ich drehe alle Ringe innen auf das größere Maß aus! Diese Arbeit habe ich vorher bei den originalen Gussringen auf der Fräsmaschine mit meinem Spezialfräser durchgeführt. Mache ich jetzt vor dem Einpressen auf der Drehmaschine!
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Um den Aussendurchmesser des Ringes abzudrehen musste ich mir ein Aufnahmewerkzeug anfertigen! Mit der Messuhr stelle ich den genauen Rundlauf ein!
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Mit dem Mikrometer überprüfe ich den Durchmesser! Wichtig ist das Einpressmass und das beträgt bei diesen Ringen ein Übermass von 0,075 - 0,1mm gegenüber dem Loch!
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Jedes Loch wird vermessen und jeder Ring wird einzeln auf das Loch angepasst. Mit dem Eding markiere ich die Ringe!
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Die Ringe haben ein Übermass und dürfen nicht einfach in das Loch passen.
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Auf meinem Holzofen erwärme ich den Zylinderkopf. Zum Schluss hatte ich 120°C.
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Die markierten Ringe mit dem Einschlagwerkzeug legte ich über Nacht in das Gefrierfach!
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Zum Einschlagen muss ich den Kopf auf die Fläche des Nockenwellenkastens legen und dafür musste ich mir eine Auflagevorrichtung bauen, ansonsten fällt der heiße Zylinderkopf immer wieder um.
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Dieses Einschlagwerkzeug mit Zentrierstab fertigte ich mir nach den Angaben des Motoreninstandsetzers an. Der Ventilsitzring zentriert sich auch auf dem Dorn und ist eiskalt.
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Mit jeweils zwei Schlägen konnte ich die Ringe ins Loch einpressen. Ist das Pressmaß zu klein dann kann der Ring wieder herausfallen. Ist das Einpressmass zu groß kann der Zylinderkopf reißen!
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Die neuen Ventilsitzringe stehen etwas über und haben auch noch keine 45° Fase.
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Auf meiner umgebauten Fräsmaschine aus den fünfziger Jahren zur CNC Fräse plane ich die Ventilsitzringe auf das richtige Maß.
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Die Machine fährt einen schönen Kreis über den Ventilsitzring. Gut das ich das Programmieren in den achziger Jahren mal gelernt habe.
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Der Ring ist geplant und man kann jetzt schon erkennen das die Wandstärke ausreichend ist.
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Mit dem Ventilsitzfräser fase ich die Ringe an!
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Das sieht doch schon ganz gut aus!
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Alle Ventilsitzringe haben jetzt die Dichtungsfase für das Auslassventil und der Innendurchmesser wurde für das größere Ventil angepasst! Die Kunst beim Anfasen ist die Ermittlung der Fasentiefe. Wird sie zu tief dann passen die Ventilshims nicht mehr zum Einstellen des Ventilspiels.
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Und so liegt dann das größere Auslassventil im Ventilsitzring.
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Jetzt noch die Ventile einschleifen und auf Dichtheit überprüfen. Diese Arbeit ist sehr anspruchsvoll und man benötigt dafür auch die Werkzeuge und Maschinen.. Ob sich dieser Aufwand gelohnt hat wird mir der Montecarlo Besitzer bestimmt mitteilen wenn er seinen Tuningmotor eingebaut hat. Ist der DOHC Motor dadurch entdrosselt worden? Wir werden sehen! Auf jedenfall kann ich jetzt größere Ventilsitzringe einarbeiten.
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