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Radlager tauschen!

Radlager tauschen, einfach gemacht? Ist es wirklich so einfach die Radlager zu tauschen? Nein, ist es nicht! Es kann viel falsch gemacht werden und dabei kann das neue Radlager beschädigt werden oder sogar die Radnabe oder das Gehäuse. Ich zeige Euch ein Radlagerwechsel, an einer vorderen Radaufhängung, vom Lancia Beta Montecarlo.

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So sieht eine gut gebrauchte Radaufhängung aus. Nur weil diese etwas schmutzig ist, muss sie nicht schlecht sein. Als erstes fange ich mit dem Zerlegen an. Die Mutter ist gesichert mit einer Kerbe im oberen Bund. Die Kerbe drücke ich durch Einschlagen eines passenden Schraubenziehers, in die Wellennut, nach aussen. Jetzt verwende ich einen Schlagschrauber und eine 30 mm Nuss und löse die Mutter. Unterlegscheiben entfernen und die Welle mit Hammerschlägen, unter Verwendung eines Alubolzens, von dem Gehäuse trennen.

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So sieht die Welle mit der Radaufhängung aus. Hier kann man sehen, das die Welle nicht verrostet oder irgend welche Beschädigungen hat. Wenn man eine Drehmaschine hat, kann man noch die Rundlaufgenauigkeit mit einer Messuhr überprüfen. Es könnte ja sein, das diese Welle, durch einen Unfall, krumm ist. Wenn man die Rundlaufgenauigkeit nicht prüfen kann, dann baut man das Radlager auf gut Glück ein.

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Am Gehäuse befindet sich eine Innenmutter. Diese löst man mit Hilfe eines Spezialwerkzeuges oder mit Hilfe eines Durchschlages, mit kleinen Hammerschlägen gegen den Uhrzeigersinn.

Radlager mit Lagerhülse

Die Einzellteile habe ich nun entrostet und gereinigt. Sollte beim Herausdrücken der Welle, ein Lagerring an der Welle hängen bleiben, kann man diesen Ring durch Einschleifen von Quernuten mit der Flex und mit Hilfe eines Abziehers nach oben heraus ziehen. Hat man keinen Abzieher, dann kann man den Ring auch mit der Trennscheibe durch vorsichtiges Einschleifen von Kerben schwächen und dann durch Einschlagen eines Meißels in die Kerbe zum Bersten bringen. Ist aber nur für Fortgeschrittene ratsam. Wird die Welle mit der Flex beschädigt, dann müssen die Teile entsorgt werden!

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Meine Teile sind gereinigt und lackiert. Ein Radlagersatz habe ich auch mit einer neuen Wellenmutter und einer Spezialinnenmutter für das Gehäuse. Die alten Unterlegscheiben verwende ich wieder.

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In das Gehäuse streiche ich Fett. Dieses Fett hilft dem neuen Radlager das Hineingleiten in das Gehäuse und es schützt vor Feuchtigkeit. Also nicht mit dem Lagerfett sparen, was zu viel ist, wird beim Einpressen heraus gedrückt.

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Das neue Lager wird mit der Hand vorsichtig in das Gehäuse eingelegt. Dafür bloss keinen Hammer benutzen!

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Jetzt benötigt man eine Hydraulik Presse. Mit Hilfe eines zweiten alten Radlagers drücke ich das Lager in das Gehäuse.

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Beim Einpressen darf nur Kraft auf den äusseren Radlagerring ausgeübt werden. Drückt man auf den Innenring, dann wird das neue Radlager zerstört.

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Um das neue Radlager im Gehäuse zu sichern, muss man die Spezialinnenmutter einschrauben, dabei muss der Gummiring nach aussen zeigen! Vor dem Einschrauben habe ich die Mutter mit Kupferfett eingestrichen. Das erleichtert ein späteres Lösen der Mutter, sollte das Radlager noch einmal gewechselt werden.

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Zum Anziehen der Mutter benutze ich ein selbstgebautes Spezialwerkzeug. Aus einem 8 mm Flacheisen habe ich einen 45 mm Achtkant gesägt und nachgefeilt. In die Mitte schnitt ich ein Gewinde M10 und zum Anziehen drehte ich eine M10 Sechskantschraube hinein.

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Mit dem Schlagschrauber und dem Spezialwerkzeug, ziehe ich die Mutter fest an.

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Das sich die Mutter nicht mehr löst, wird der Rand der Mutter, über eine Aussparung des Gehäuses, umgebördelt.

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Hier auf dem Bild kann man die Aussparung des Gehäuses gut sehen. Die Mutter besitzt noch einen Gummiring, der nach Aussen zeigen muss. Er dient als Staub und Wasserschutz.

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Jetzt kommt die Welle dran!

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Als erstes drücke ich den alten Gummiring um den unteren Absatz. Er dient auch als Staub- und Wasserschutz.

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Auch hier, Alles gut einfetten!

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An der Hydraulik Presse geht es weiter. Die Radnabe lege ich nach unten.

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Das Gehäuse wird mit der Hand, auf die Welle, eingefädelt. Achtung, stimmt es so, oder muss das Gehäuse gedreht werden. So stimmt es. Solltet Ihr einmal die Welle mit dem Gehäuse falsch herum eingepresst haben, dann könnt Ihr gleich ein neues Radlager bestellen. Ein eingepresstes Radlager kann nicht mehr komplett ausgebaut werden. Es wird immer beim Ausbauen zerstört. Also schaut lieber zweimal nach, ob der Zusammenbau stimmt!

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Jetzt wird eingepresst! Mit einem Rohr drücke ich auf den Innenring des Radlagers.

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Ich drücke so lange, bis die Presse nicht mehr kann. So ist das Lager bis auf den Bund der Welle eingepresst.

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Gehäuse und Welle sind jetzt miteinander verpresst. Ich fette nun die Mutternseite gut ein!

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Dann lege ich die abgesetze Unterlegscheibe ein!

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Nun die dicke Unterlegscheibe!

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Und zum Schluss schraube ich die neue Mutter auf!

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Mit dem Schlagschrauber wird die Mutter festgeschraubt!

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Und fertig ist die überholte Radaufnahme! Nein noch nicht ganz!

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Die Mutter muss mit dem Einklopfen einer Kerbe, an die Welle, gesichert werden.

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Benutzt dafür aber keinen spitzen Meissel, sondern einen mit einem Radius oder schleift an den Meissel einen Radius.

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Jetzt nur noch die Radaufhängung einbauen und fertig ist die neu, überholte Radaufhängung. Sieht sogar besser aus, wie eine Neue!

Und zum Schluss noch: Ich habe noch ein paar neue vordere und hintere Radlager (die hinteren sind von einem modernen Turbofahrzeug und dürften deshalb sogar etwas stabiler sein, wie die Originalen) übrig, für den Lancia Montecarlo. Solltet Ihr ein paar Radlager gebrauchen, dann schreibt mich einfach mal an. (Preis 25 € für jedes Lager)

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