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Lancia-Beta-Bastler
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Teil 15: Der neue Auspuff und der neue Ölmessstab!
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Die Elektrik funktioniert jetzt. Ich habe einen Zündfunken und die Einspritzdüsen verrichten ihren Dienst. Da ich aber noch keinen Auspuff montiert habe, kann ich schlecht einen Motorlauf testen. Meine Nachbarn würden sich bedanken. Ausserdem ist der Ölmessstab zu kurz, dadurch kann ich keinen Ölstand messen. Das heißt also, einen längeren Ölmessstab anfertigen. Aber jetzt erst mal zum Thema Auspuff. Welche Art vom Auspuff solch ich verbauen. Eine Einrohr oder eine Zweirohr oder sogar eine Vierrohrauspuffanlage? Ja, ich habe alle 3 Varianten in meinem Lager, zwar im schlechten Zustand, aber ausbaufähig.
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Das ist meine alte ANSA Vierrohrauspuffanlage mit Fächerkrümmer. Hm, zumVerschneiden zu schade. Vielleicht kann ich diese noch an meinem anderen Monte, mit Viervergaseranlage, verbauen.
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Eine 2 Rohrauspuffanlage ist auch nicht das Richtige. Sieht irgendwie nach Toyota MR 2 aus, oder?
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Dann habe ich noch eine 1 in 2 Rohrauspuffanlage. Ich glaube, daraus läßt sich etwas sinnvolles bauen. Mal sehen!
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Aber jetzt gehts los! Ich muss ein Verbindungsrohr vom Auspufftopf zum Krümmerrohr anfertigen. Siehe rechts, abgesägtes Flammenrohr und Flansch am Auspufftopf.
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Hier nix Rohr, ich machen neu!
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So sieht das Flammenrohr nach dem Turbolader aus. Vor dem flexiblen Rohrteil, habe ich das Rohr etwas eingeschnitten. So konnte ich das Rohr so weit biegen, das ich rechts an dem Vierkantblock, der Wagenheberaufnahme, vorbei kam.
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Dieser Viekantblock ist wirklich eine gute Wagenheberaufnahme. Hier läßt sich das Montehinterteil sehr gut anheben.
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Soll ich das Doppelrohr drauf lassen? Ich überlege noch!
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Jetzt wird aber das Verbindungsrohr angefertigt. Aber wie kann man 50 mm dickes Rohr biegen ohne Vorrichtung, Quarzsand und starkem Brenner? Ich mache es einfach mit vielen kleinen Schnitten. In die Hände gespuckt, neues Sägeblatt in die Handsäge eingespannt und los gehts!
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Mehr Markierungen und noch mehr Schnitte, das gibt dicke Oberärme!
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Und jetzt wird gebogen, aber das langt noch nicht. Es muss eine 90° Biegung ergeben und das sind noch keine 90°.
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Das sieht schon besser aus. Es wird doch!
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Das ist doch perfekt gebogen! Später werden dann, im eingebauten Zustand, die Schlitze zuschweißen und verschleifen.
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Und für was brauche ich das Flacheisen? Das gibt den neuen Anschraubflansch, für den Auspufftopf.
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Das Flacheisen auf die Fräsmaschine gespannt und los gehts!
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Mit dem Rundtisch kann man Löcher in verschiedenen Größen herstellen und das funktioniert wie ein Zirkel. Man taucht mit dem Fräser in die Mitte des Werkstückes ein und dann fährt man z.B. 18,5 mm nach außen. Jetzt kommt der Rundtisch ins Spiel. Mit diesem drehe ich das Werkstück im Kreis. Dabei wird ein Kreisring heraus gefräst und ein Loch mit einem Durchmesser von 47 mm entsteht.Warum eigentlich 47 mm und nicht 37 mm. Ich habe einen 10 mm Fräser genommen und dieser steht am Anfang, beim Eintauchen schon 5 mm über der Mitte. 5 mm Fräser + 18,5 mm seitliche Zustellung ergibt einen Radius von 23,5 mm und einen Durchmesser von 47 mm. Ist doch ganz einfach! Aber jetzt genug Klug gesch.......!
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Das Durchgangsloch hat einen Durchmesser von 47 mm und der Absatz einen von 50 mm.
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Eine Schräge für den Auspuffkonus wird an der Drehmaschine hergestellt.
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So, der neue Anflanschring ist angefertigt und mit drei M 8 Gewindelöcher versehen. Und wie habe ich diese gebohrt? Natürlich wieder auf dem Rundtisch. Lochkreis ausgemessen und jedes Loch um 120° versetzt. Ist doch ein ganz schöner Aufwand, für so einen einfachen Flansch, oder?
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So, jetzt nur noch anschweißen!
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So ist es recht!
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Nein, das ist keine Tuba oder der Anfang eines Jagdhornes! Das gibt ein Auspuffrohr!
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Der Flansch paßt schon bei der ersten Montage. Da hat sich die Mühe doch gelohnt!
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Durch die vielen Schlitze kann ich das Rohr, nach Belieben, in die richtige Richtung biegen.
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Jetzt noch das Flammenrohr anschweißen.
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Die Schlitze werden jetzt auch noch angepunktet. So habe ich die Biegungen fixiert und nun das Ganze wieder demontieren.
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Im ausgebauten Zustand lassen sich die Schlitze sehr gut zuschweißen und fertig ist mein neues Flammenrohr.
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Die Endscheidung ist gefallen! Das Doppelendrohr kommt ab und dafür schweiße ich ein 50 mm Endrohr drauf. Das sieht dann doch etwas dezenter aus. Die Methode der Herstellung muß ich nicht mehr beschreiben.
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Nun öffne ich die Blechdose und siehe da, ein kleiner Auspufftopf kommt zum Vorschein. Ja wie kommt den der da rein? Dieser Auspufftopf habe ich damals, 1989, geöffnet und die innenliegenden Resonanzrohre entfernt. Dafür habe ich dann einen kleinen Auspufftopf, ich glaube vom Bianchi A112, eingeschweißt. Die Doppelendrohre stammen von einer alten ANSA Auspuffanlage, natürlich auch vom Bianchi A112. Diesen Topf habe ich dann 1 Woche gefahren und wegen Leistungsverlust und Lärmbelästigung wieder demontiert. Enttäuschung pur, damals!
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Und wie baue ich einen Auspufftopf für einen Turbomotor? Ein Turbomotor benötigt wenig Rückstau. Der Montetopf besitzt zwei Kammern. Vorne eine kleine Kammer, in dieser kommen die Abgase rein und treffen auf eine Zwischenwand. Das Ausgangsloch der Kammer ist versetzt. So müssen die Abgase einen Umweg machen, um in die Große Kammer zu gelangen. Dort befindet sich ein Rohrbündel aus Resonazrohren (Rohre die gelocht sind), die , die Abgase in der Kammer erst nach hinten, dann wieder nach vorne und wieder zum Ausgang nach hinten leiten. Dieses Rohrbündel ist leider nicht mehr zu sehen, das habe ich damals herausgeschnitten.
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Für den Turbo habe ich in der ersten Kammer ein zusätzliches Loch in die Zwischenkammer hineingeschnitten. So können die Turboabgase ohne Rückstau durch die erste Kammer. Dann treffen die Abgase auf eine schräg versetzte Zwischenwand und dann wieder auf eine weitere Zwischenwand. So denke ich, werden die Schallwellen gebrochen und die Abgase haben dadurch nur einen geringen Wiederstand (Rückstau). Das werde ich dann später mal sehen, wie laut der Monte ist. Leistungsverlust? Lärm?
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Nochmals die Zwischenwende auf einem schlechten Foto. Übrigens ist ein Turbomotor, nicht so laut, wie ein Vergasermotor. Der Turbo schluckt durch sein Turbinenrad, im Krümmer, die lauten Schallwellen.
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So, das ist nun mein neues Endrohr. Sieht doch ganz normal aus. Nichts Besonderes eben, ist unscheinbar und dezent.
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Die Schlitze im Endrohr werden noch zu geschweißt und sämtliche Verschweißungen müssen später noch verschliffen werden. Dann wird der Auspuff noch lackiert und fertig ist dann das gute Stück. Jetzt muß ich erst noch einen längeren Ölmessstab herstellen und das kommt jetzt!
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Die silberne Rohrleitung ist der alte Ölmessstab. Dieser befindet sich genau hinter dem Beifahrersitz. Eine Ölstandsmessung ist so nicht möglich, also muß ich den Stab verlängern und zwar so, das ich von hinten, im Motorraum den Stab heraus ziehen kann. Da der alte Ölmesstab, oben eine Verdickung besitzt, kann man gut ein gebogenes Kupferrohr hinein stecken.
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Das Kupferrohr ragt nun über den Ventildeckel im Motorraum heraus. So kann ich den Stab, ohne Probleme, von hinten heraus ziehen.
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Auf das gebogene Kupferrohr habe ich ein größeres Rohr aufgelötet. Das ist die neue Verdickung für das Griffstück des Ölmessstabes. Das Kupferrohr wurde mit dem alten Rohr des Ölmessstabes hartgelötet. Jetzt muss ich nur noch aus zwei Ölmessstäben, einen machen!
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Aus zwei wird eins! Natürlich auch hier hartgelötet!
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Das Ganze einmal zusammengesteckt und fertig ist der neue Ölmessstab.
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Den Ölmessstab dann eingebaut.
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Jetzt kann ich den Ölstand vom Motorraum gut messen. Aber ich habe nun noch etwas vor. Ich habe die Elektronik eingebaut, einen Zündfunken ist vorhanden und die Einspritzdüsen liefern Sprit in die Zylinder. Auspuff ist nun auch dran, die Nachbarn danken es mir und jetzt könnte ich den Motor einmal starten! Batterie angeschlossen, Zündschlüssel gedreht, der Motor fängt an zu leiern und?
Der Motor springt sofort an und nimmt auch Gas an, sagenhaft!
Aber was war das! Unter dem Motor entsteht eine immer größer werdende Öllache. Ich stelle den Motor ab und fahre die Hebebühne nach oben. Ich hatte gleich zwei Lecks. Einmal war der Ölkühler undicht und zwar am Gewindeanschluss, durch einen Riss im Kühler. Das zweite Leck war von der Turboladerrücklaufleitung. Diese war durchgerostet an einer Stelle. Meine selbstgebauten Ölschläuche und der verlegte Ölfilterblock, waren dicht. Was sollte ich nun machen? Ganz einfach! Der Motor läuft und diesen wollte ich sowieso über Winter komplett neu aufbauen, also raus mit dem ganzen Teil. Übrigens, der Auspuff ist nicht extrem laut gewesen, natürlich leise war er auch nicht. Der Ton war schon schön dumpf und das Grollen hörte die ganze Nachbarschaft. Turbo Frankenstein lebt!
Im nächsten Kapitel wird nun endlich die Karosserie überarbeitet und jetzt erst beginnt die eigentliche Restauration.
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