[Lancia-Beta-Bastler]
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Lancia-Beta-Bastler

Die Fehlersuche

Nach der vergeblichen Notoperation am neuen HF Motor für die Lancia Beta Limousine, baute Peter den defekten Motor aus und brachte Ihn mir zur Fehlersuche. Wir waren uns aber einig über einen neuen Motoraufbau. Auch, wenn ich die Fehlerursache am Motor finde, wird der Motorblock nicht mehr verwendet. Peter hat ein großes Lancia Beta Ersatzteillager und will mir nicht nur den defekten HF Motor bringen, sondern noch zwei gute 2 Liter Motorblöcke zum Aufbauen. Na, das klingt doch ganz gut! Also nochmals spucke ich in die Hände und will einen guten Motor für “Christine”, die Horror Lancia Beta Limousine aufbauen.

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Peter hat den defekten Motor ausgebaut und  liefert ihn mir zur Fehlerursache. Ausserdem hat er noch zwei Motorblöcke zum Aufarbeiten dabei!

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Der Hänger wird vom Punto abgehängt und wir bringen die tolle Ware in meinem Hof zum Abladen!

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Mein Kettenzug ist bereit zum Abladen!

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Das ist der defekte Lancia Beta HF Motor, den Christine nicht haben will!

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Wir heben ihn auf mein Rollbrett. Damit kann man die Motoren gut verschieben und lagern. Eigenkonstruktion von mir!

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In den Plastikwannen sind die neuen Motorblöcke. Abladen und begutachten, ob ein guter Block zum Aufarbeiten dabei ist.

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Okay? An diesem Block erkenne ich gleich, das eine Fiat Ritmo Ölwanne montiert ist! Ja, Peter hat sie aber nur montiert, das kein Wasser in den Block läuft! Ach so!

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Und das ist der zweite Block vom Peter. Das ist ein Lancia Beta Volumex Motor. Leider ohne Kolben und Pleuels!

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Ich schau mir als erstes den grünen Motorblock zum Begutachten an.. Ob der eine gute Ausgangsbasis zum Aufbauen ist?

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Die Zylinderlaufbahnen waren zwar eingefettet, aber die Laufbahnen sind doch erheblich angerostet. Diese Rostspuren bekomme ich mit Honen nicht mehr raus. Der Motorblock muss komplett auf Übermass ausgeschliffen werden. Ausserdem benötigt man dann noch ein paar neue Übermasskolben.

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Nein, das sieht nicht gut aus!

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Diesen Motorblock kann Peter wieder mitnehmen. Hier würde eine Aufbereitung ohne Arbeitszeit schon fast 1000€ kosten!

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Peter nimmt den grünen Motorblock wieder mit!

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Der Anhänger wird wieder eingeräumt und ich werde mal schauen, ob der Volumex Motorblock ohne Kolben und Pleuels zum Aufarbeiten geeignet ist!

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Ja, es wird Zeit! Peter muss sich verabschieden!

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Peter fährt nach Hause und ich schaue jetzt mal, wie und mit was ich einen neuen Motor aufbaue! Ausserdem bin ich auch mal gespannt, warum der neue HF Motor sich immer wieder selbst zerstört hat!

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Okay, da steht der Volumex Block und der HF Motor.

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Als erstes schaue ich mir den Volumex Block genau an. Die Zylinderlaufbahnen sind auch hier gut eingefettet!

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Sollte ich den Volumex Block aufbauen, dann muss ich das Loch für die mechanische Benzinpumpe in den Block einarbeiten, also großes Loch bohren und noch ein Gewinde schneiden.

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Am Volumex Block fehlen nicht nur die Pleuels und Kolben, sondern auch das Lagerschild der Nebenwelle und die Spannrolle mit Halterung und Spannvorrichtung!

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Die Ölwanne ist nicht nur verbeult, sondern das Gewinde der Ölablassschraube ist nicht mehr vorhanden. Eigentlich könnte ich schon hier wieder aufhören, aber meine Hoffnung bezieht sich auf gute Zylinderlaufbahnen und einer guten Kurbelwelle!

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Nach dem Abheben der Ölwanne sehe ich auch hier nichts, besser gesagt, es fehlt die Ölpumpe und das Rohr für den Ölmessstab.

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Ich schraube doch noch weiter und hoffe auf Besserung!

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Nach dem Demontieren der Hauptlager muss ich auch hier einen Lagerschaden feststellen!

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Normalerweise sind die Lagerschalen silber, aber hier ist schon die Kupferlegierung angeschliffen. Der Volumex Motor hat keine Alulagerschalen, sondern sehr teure Dreistofflagerschalen. Da kosten schon die Hauptlagerschalen 150€, wenn man sie noch bekommt!

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Sogar die Anlaufscheiben sind angeschliffen. Der Volumex Motor wurde in seinem Leben schon sehr hart rangenommen!

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Nach dem Entfernen der Fettschicht aus den Zylindern kann man sehr gut die Rostspuren in den Zylinderlaufbahnen sehen.

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Der Motorblock muss auch auf Übermass ausgeschliffen werden. Rentiert sich also nicht!

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Auch hier habe ich wieder unnötig geschraubt. Gut, Zähne zusammen beißen und den Block wieder zusammenbauen und dem Peter wieder zurück geben!

Aber was soll ich jetzt machen? ich benötige einen guten Motorblock zum Aufbauen. Am Anfang brachte mir Peter als Austauschmotor für meinen HF Motor einen 2 Litermotor aus seinem Spider mit. Ob der zum Aufbauen etwas taugt?

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Das ist der Lancia Spider Motor vom Peter, den er mir zum Austausch für meinen Motor da gelassen hat. Okay, zerlegen wir das Teil!

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Peter hat den Motor mal ausgebaut, weil er einen Lagerschaden hatte, aber dieser Schaden wurde repariert!

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Wir werden sehen, was dem Motor fehlt!

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Der Zylinderkopf ist demontiert und die Zylinderlaufbahnen sehen noch gut aus!

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Schön blank und kein Rost vorhanden!

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Der Motor wird weiter zerlegt!

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Prima, hier ist Alles noch vorhanden, also auch die Ölpumpe und das Rohr des Ölmessstabes!

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Ich entferne die Kolben mit den Pleuels! Ja, eine Motorenzerlegung ist immer eine große Sauerei!

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Die Zylinderlaufbahnen sehen nicht nur gut aus, sondern haben auch eine gute Maßhaltigkeit!

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Dieser Motorblock rentiert sich zum Aufbauen. Ich reinige den Block!

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Ich spüle die Kanäle richtig durch und schneide die Gewinde im Block nach!

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Dann wird der Block zum Lackieren abgeklebt!

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Und lackiert!

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Nicht nur der Block wird lackiert, sondern auch die Lagerschilde und Deckel! Bei den Lagerschilden bleiben die alten Simmerringe beim Lackieren eingebaut, so kommt kein Lack in die Passung. Nach dem Lackieren presse ich die alten Simmerringe aus und ersetzte diese durch Neue.

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Das sind die alten Kolben und Pleuel. Die werden gereinigt und vermessen!

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Ich schaue mir die Kolben aber mal genauer an!

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Und siehe da, ein Stück vom Kolbensteg ist herausgebrochen. Deshalb wurde der Motor ausgebaut!

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Dieser Kolben passt auch nicht zu den Anderen. Er hat ein Maß von 83,99mm und nicht wie die anderen 83,95 mm. Es ist ein sogenannter E Kolben. Es gibt Standard Kolben in der Modifikation A/B/C/D/E. Sie sind immer 0,01mm größer, als der Standard Kolben A. Diese Kolben werden benutzt, wenn bein Aushonen der Zylinderlaufbahnen etwas zu groß ausgeschliffen wurde. Zur Sicherheit überprüfte ich nochmals die Zylinderlaufbahn und die hatte genau das Maß 84,00mm. Dieser Kolben klemmte also in der Laufbahn fest! Der Kolben wird durch einen anderen ersetzt! Ja, das Vermessen ist beim Motoraufbau sehr, sehr wichtig!

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In meiner Motorwaschanlage wird die Kurbelwelle und die anderen Motorteile gereinigt!

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Kolben und Pleuels gereinigt und zum Trocknen aufgehängt!

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Die Nebenwelle vermesse ich auch, ob sie noch rund läuft und nicht krumm ist.

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Wie am anderen Motorblock, werde ich die Pleuels erleichtern und die Kolben auf das gleiche Gewicht angleichen.

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Am ersten Pleuel wird durch Schleifen das Gewicht erleichtert.

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Zum Vergleich die Unterseite der Pleuels!

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Und die Kopfseite!

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Und so sieht das erleichterte Pleuel aus, aber es ist noch nicht ausgewogen!

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Kopf- und Fußgewicht mit zwei Küchenwaagen werden bei allen 4 Pleuls auf das gleiche Gewicht gebracht.

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Das Endgewicht des Pleuels beträgt 743gr. Vorher wog es 810 gr.

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Das Kolbengewicht der 4 Kolben ist sehr unterschiedlich. Als erstes fräse ich an den Kolben die dafür vorgesehenen Überhänge ab.

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Die Gewichtserleichterung am Kolben reicht aber nicht. Deshalb schleife ich am Kolbenbolzen innen etwas ab.

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581 gr sind das Endgewicht der 4 Kolben. Also mit Bolzen und Sicherungsring, aber ohne Kolbenringe.

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Der Kolbenbolzen wird durch das innere Abschleifen nicht geschwächt!

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Die Kolben werden am Kolbenhemd vermessen und mit dem Maß der Zylinderlaufbahnen verglichen. Die Einbautoleranz beträgt 0,05 -0,07mm

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Die Buchsen des Kolbenbolzens im Pleuel sollten auch kontrolliert werden. Der Kolbenbolzen soll nicht zu leicht durch die Buchse gleiten und auch kein spürrbares Spiel haben. Ich habe mir zum Überprüfen einen  Lehrdorn mit dem größen tolerierbaren Durchmesser angefertigt. Diesen versuche ich durch das Pleuelauge zu schieben. Funktioniert aber nicht, weil die Buchsen nicht ausgeschlagen sind. Das Maß des Pleuelauges beträgt 22,004 -7mm und der Bolzen 21,991mm. Das Spiel beträgt nur 0,01 - 0,016mm. Mein Lehrdorn hat das Maß 22,007 und passt nicht in die Buchse des Pleuels!

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Kolben und Pleuels sind fertig bearbeitet und ausgewogen und bereit für den Einbau!

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Ich bearbeite auch an diesem Motor die Ölkanäle der Kurbelwelle. Mit dem Klebeband schütze ich die Lauffläche, wenn ich mal beim Schleifen abrutschen sollte!

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Die Ölkanäle sind bearbeitet und die Welle gereinigt und gespült.

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Die Laufflächen vermesse ich jetzt noch einmal nach, bevor ich die Kurbelwelle einbaue.

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Alle Maße liegen in der Toleranz. Ich kann die Welle einbauen.

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Die Zylinderlaufbahnen werden angehont mit Honöl und Honsteinen.

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Nochmals vermesse ich die Bohrung für die Kolben. Alles im “Grünen Bereich!”

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Auf die Kolben ziehe ich neue Kolbenringe auf. Die Kolbenringnut wurde vorher aber gründlich gereinigt!

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Neue Lagerschalen und die Anlaufscheiben liegen bereit für den Einbau.

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Lagerschalen einlegen und gut einölen!

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Kurbelwelle einlegen!

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Und mit dem Drehmomentschlüssel anziehen. Dann überprüfen, ob sich die Welle auch leicht dreht!

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Kolben, Pleuel und Lagerschalen liegen bereit für den Einbau!

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Die Kolben werden eingesetzt!

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Jetzt inspeziere ich die Ölpumpe.

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Das Ölsieb entferne ich.

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Und vor dem Sieb sind auch Metallspäne vorhanden.

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Ich überprüfe auch die Zahnräder und das Überströmventil.

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Das Ganze wird gereinigt und die Flächen werden mit Schmirgel und einer Platte abgezogen.

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Die Ölpumpe baue ich wieder zusammen und lege einen neuen O-Ring ein. Hält mit etwas Fett gut in der Vertiefung und geht so auch nicht beim Einbau verloren.

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Ölpumpe einbauen

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Eine neuen Dichtungssatz und eine neue Zylinderkopfdichtung habe ich auch gekauft. Ich verwende diesmal eine Kopfdichtung die 1,4 mm hoch ist. In den meisten Dichtungssätzen sind Kopfdichtungen mit einer Stärke von 2,2 mm vorhanden. Serienmässig ist ein 1,4 mm Dichtung verbaut. Wenn ich zum Tunen den Kopf 1 mm plane und verwende dann eine Dichtung mit 2,2 mm, dann war das Planen fast unnötig gewesen.

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Neue Simmerringe in die Lagerschilde einpressen.

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Der Motorblock ist zusammen gebaut, aber es fehlt noch eine Ölwanne.

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Die alte Wanne wird gereinigt!

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Das ist aber eine Ölwanne, bei der in Kurvenfahrten der Öldruck abfallen kann, weil das Öl nicht mehr zur Ölpumpe zurück läuft. Das Problem habe ich in einem Bericht ausführlich beschrieben. Könnt Ihr hier nachlesen: Öwanne optimieren

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Deshalb arbeite ich in die Zwischenwand ein Langloch ein.

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Durch dieses Langloch kann das Öl wieder in die Kammer der Ölpumpe zurückfließen.

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Jetzt werde ich die Wanne noch lackieren!

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So sieht die Ölwanne wieder top aus und ist für Kurvenfahrten geeignet!

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Das die neu lackierte Wanne beim Einbau nicht verkratzt wird, habe ich sie mit Klebeband und mit Tüchern abgeklebt.

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Der neue Motorblock ist fertig und wartet auf den bearbeiteten Zylinderkopf.

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Die Dichtfläche des Zylinderkopfes schmirgel ich sauber.  Der bearbeitete Zylinderkopf ist vom defekten HF Motor. Später versuche ich am Motorblock die Fehlerursache zu finden. Aber als erstes muss ich den Motor für den Peter zusammenbauen. Peter macht mir mit einer Email, naja, sagen wir mal einer negativen Mail, schon etwas zeitlichen Druck.

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Jetzt bekommt der neue Block die 1,4 mm Kopfdichtung verbaut.

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Kopf drauf und mit dem Drehmoment den Kopf richtig anziehen.

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Natürlich verwende ich bei diesem neuen Motor wieder eine neue Spannrolle und einen neuen Zahnriemen.

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Das ist jetzt schon der dritte Zahnriemen den ich für dieses Projekt kaufte.

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Und die Steuerzeiten überprüfe ich wieder mit der Gradscheibe und mit Messuhren.

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OT- Punkt genau bestimmen!

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Den Öffnungsgrad und den Schließgrad ermitteln!

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Und über die einstellbaren Nockenwellenräder die gewünschte Gradzahl einstellen.

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Jetzt noch die Schrauben vom Schwungrad mit dem Drehmomentschlüssel anziehen.

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Und die restlichen Anbauteile montieren.

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So, der zweite HF Motor für den Peter und für “Christine” ist jetzt endlich fertig.

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Sieht wie immer toll aus und hoffentlich funktioniert dieser auch richtig und zerstört sich nicht wieder.

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Der HF Motor steht jetzt bereit zur Abholung! Peter will ja den Motor sofort einbauen, damit er ihn noch dieses Jahr testen kann. Er will nächstes Jahr mit der Lancia Beta Limousine an einige Treffen teilnehmen, was 2019 nicht möglich war.

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Und das ist der alte HF Motorblock. Welchen Schaden habe ich an dem Block nur übersehen? Hat er wieder einen Lagerschaden nach meiner Notoperation?

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Ich zerlege den Block und suche!

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In der Ölwanne sind wieder Metallspäne vorhanden!

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Ich schaue mir mal die Hauptlagerschalen an!

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Wieder total zerfressen nach ca. 200 Km Fahrstrecke.

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Wie kann so etwas passieren? Ich habe alle Lagerstellen der Kurbelwelle auf ein Hunderstel genau nachgemessen.

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Das ist sogar ein langer Span der Hauptlagerschalen!

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Ich entferne jetzt Kolben und Pleuels!

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Auch die Pleuellagerschalen sind angefressen. Auf den Lagerflächen der Kurbelwellenzapfen sind brutale Schleifspuren der Lagerschalen vorhanden.

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Ich habe bestimmt schon über 20 Lancia Beta Motoren aufgebaut, aber solch ein Schaden ist bei keinem Motor entstanden. Was habe ich beim Aufbau übersehen. So, wie der Schaden aussieht, ist die Ursache eine Unwucht der Kurbelwelle. Aber wie soll so etwas entstanden sein?

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Ist es vielleicht mein erleichtertes Schwungrad, das ich nicht richtig ausgewuchtet habe? Dieses Auswuchtverfahren habe ich bei einer Zylinderschleiferei auch schon mal überprüfen lassen und es wurde mir bestätigt, das meine erleichterten Schwungräder in der Unwuchttoleranz liegen. Trotzdem überprüfe ich nochmals das erleichterte Schwungrad. Es ist in Ordnung! Daran liegt es nicht!

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Könnte die Kurbelwelle eine Unwucht haben? Wie kann ich das messen? Ich spanne die Kurbelwelle auf meine Drehmaschine!

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Ich lasse die Drehmaschine mal laufen, aber eine Unwucht ist nicht feststellbar!

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Jetzt vermesse ich mit der Messuhr die einzelnen Lagerzapfen.

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Die Kurbelwelle ist fünffach gelagert. Die vordere Lagerstelle läuft genau rund und die ganz hinten läuft zur vorderen Lagerstelle 0,02mm aus der Flucht. Stimmt also!

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Dann messe ich die mittlere Lagerstelle und die zeigt einen Ausschlag von 0,2 mm an!

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Und beim weiteren Drehen nochmals 0,05mm an. Das heißt, die Kurbelwelle ist in der Mitte um 0,25 mm krumm. Das ist viel zu viel! Wenn man bedenkt, daß das Lagerschalenspiel nur 0,05mm beträgt, dann braucht man sich nicht zu wundern, das die krumme Kurbelwelle die Lagerschalen auffrisst!

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Ich habe zur Überprüfung, ob meine Theorie stimmt eine andere Kurbelwelle auf meine Drehmaschine gespannt und überprüft und die hatte in der Mitte nur eine Abweichung zu den anderen Lagerstellen um 0,03mm. Also die Ursache der Selbstzerstörung ist gefunden. Es war eine krumme Kurbelwelle, die die Selbstzerstörung verursacht hat. Beim nächsten Motoraufbau werde ich jede Kurbelwelle auf meine Drehmaschine spannen und überprüfen!

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Es ist der 22 September 2019 und Peter holt den neu aufgebauten Motor ab.

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Und seine restlichen Federbeine nimmt er auch wieder mit!

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Und jetzt hoffe ich, natürlich auch Peter, das der Fluch von “Christine”, die Horror Lancia Beta Limousine gebrochen ist. Jetzt ist es schon Weihnachten 2019 und bis jetzt habe ich noch keine positive oder negative Nachricht von Peter erhalten. Naja, hoffen wir, das dies ein gutes “Omen” ist!

Für mich persönlich war dieses Projekt sehr stressig, sehr teuer und hat mir viel, viel Zeit gekostet, aber ich habe auch daraus gelernt!

Es gibt am Lancia Beta auch krumme Kurbelwellen!